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Beeindruckende Spielfreude auf der Bühne Drucken E-Mail
Bramscher Nachrichten vom 15.5.2007 zum Jubiläum Waldorfkindergarten 

Es war ausnahmsweise einmal die große Bühne des Festsaals der Waldorfschule, die sich der Kindergarten Evinghausen am Samstag für die Entgegennahme der Glückwünsche zu seinem 30-jährigen Jubiläum gönnte. Welche Grundlagen mit der Arbeit der Erzieherinnen nach der Pädagogik von Rudolf Steiner gelegt werden können, zeigte bereits der musikalische Auftakt der Veranstaltung. Mareike Theiling (Klavier) und Sina Lützenkirchen am Cello, beide inzwischen Schülerinnen der Oberstufe an der Waldorfschule, spielten die Sonate F-dur von Antonio Vandini mit einer souverän präsenten Intonation.

Nicht minder beeindruckend war der Auftritt der "Großen" des Kindergartens. Erstmals vor einem vielköpfigen Publikum brachten sie ihr seit Ostern einstudiertes Reigenspiel "Der Wolf und die sieben Geißlein" mit Spielfreude über die Bühne.

Es folgten Lob und Spielzeug von Vertretern der Politik. Liesel Höltermann betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung des Waldorfkindergartens für die kulturelle und pädagogische Vielfalt in Bramsche. Ortsvorsteher Ewald Bruning überreichte als Dankeschön für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit einen soliden Vorrat an Springseilen.

Bildhafte Einblicke in die Grundprinzipien der Waldorfpädagogik vermittelte Henning Köttker, der dank seiner sechs Kinder auf rund 20 Jahre als Kindergartenvater zurückblicken konnte. Umfassendes Wecken und Fördern der kindlichen Nachahmung sowie eine altersgemäße Erziehung ohne Furcht und Ehrgeiz, dafür aber mit Liebe, sorgen dafür, dass Kopf, Herz und Hand beim Kind gleichermaßen ausgebildet werden.

Weitere Glückwünsche von Eltern, ehemaligen Kolleginnen und Weggefährten aus der Gründungszeit des Kindergartens mündeten in den Veranstaltungsschluss mit einer Triosonate von Johann Joachim Quantz.

Das Marionettenspiel "Hans im Glück" sowie die Kinderoper "Tair und Dshafira" bildeten den künstlerischen Abschluss der Feierlichkeiten. Ein Tag des Anschauens, Kennenlernens und Mitmachens fand so seinen stimmungsvollen Ausklang. Aufgeführt von der hiesigen Marionettenbühne wurde für die kleinen und großen Zuschauer ein Märchen dargeboten, das die Unbeschwertheit und Fröhlichkeit unabhängig vom materiellen Reichtum zum Inhalt hatte. Mit liebevoll in Handarbeit hergestellten Marionetten und den farbenfrohen Bühnenbildern ließen die Mitglieder der Marionettenbühne Evinghausen für rund 25 Minuten ihr Publikum die Zeit vergessen und vermittelten eine Glücksversion der immateriellen Art.

Bei der Aufführung der Oper "Tair und Dshafira" waren hingegen Kinder nicht mehr vor, sondern auf der Bühne versammelt. Rund 60 Schülerinnen und Schüler der beiden 5. Klassen der Waldorfschule sowie der 6. Klasse der benachbarten Johannesschule hatten sich in monatelanger Probenarbeit an eine Oper herangewagt.

Waren die Begegnungen der Waldorfschüler mit Schülern der Johannesschule nicht immer unproblematisch gewesen, so konnte durch die gemeinsame Probenzeit der respektvollere Umgang untereinander intensiviert werden.
 
© 2007 Freie Waldorfschule Evinghausen